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Es herrscht Hochbetrieb unter den Mitgliedern des Otto-Elben- und des Schwarzwaldgaus. In wenigen Wochen soll in der Herrenberger Stadthalle eine ganz besondere Aufführung stattfinden. Eine "Walpurgis-Nacht" nach historischem Vorbild.
Die Organisatoren haben Großes vor. "Wir wollten definitiv keine Faschingshexen. Nein, die Hexen sollen so sein, wie sie früher waren", findet Siegfried Schneider, Chorsänger im Otto-Elben-Gau und zuständig für das Bühnenbild. Darum wurde beim Hauptstaatsarchiv in Stuttgart recherchiert. "Die Fragen, die uns interessiert haben, waren unter anderem, wie die Hexenverfolgung entstand und wann die letzte Hexe verbrannt wurde", erzählt der 48-jährige Gültsteiner, der auch schon für den Nufringer Chor "Rondo Cantabile" Bühnenbilder fertigte.
Auf Pinnwänden können die Zuschauer dann in der Pause und nach der Aufführung nachlesen, wie in Herrenberg seinerzeit zwei Hexen hingerichtet wurden und wie es so weit kam. "Bei diesen Recherchen fanden wir unter anderem auch heraus, wie man sich die Hexen und Druiden hierzulande vorstellte. Und zwar angezogen wie ganz normale Bauersleute."
So soll das ganze nun auch auf die Bühne übertragen werden. Bauernröcke für die Frauen, als Kopfbedeckung entweder Kopftücher oder eine Stola. Die Männer werden ganz in Schwarz auf der Bühne stehen. Auch die Bühnenbilder sollen möglichst originalgetreu Druiden und Hexen abbilden.
Mit einem dreiköpfigen Team stellte sich Siegfried Schneider am zweiten Märzwochenende in die Werkstätten der Firma "Deko-Display" auf der Böblinger Hulb und malte nach seinen Entwürfen und mit Hilfe eines Episkops die mystischen Figuren auf Depafit- Platten und Leinwände. "Verschiedene der Figuren bekommen dann noch Röcke angezogen und Hexenbesen anmontiert und werden an der Decke befestigt", so Schneider. Auch Nebelmaschinen sollen am 30. April eingesetzt werden. Wenn schließlich alles fertig ist, soll das Spektakel seinen Lauf nehmen: Zunächst spielt die Sinfonietta Tübingen aus dem Sommernachtstraum, erst einmal ohne Chorbegleitung. Im zweiten Teil sitzen dann links und rechts Erzähler, die Texte von Goethe zur Walpurgisnacht vorlesen. Dann kommt der Auftritt des Chors."
Mehr sei nach dieser Einstimmung noch nicht verraten. Tatsache ist, die rund 100 Akteure der Gauchöre unter der Gesamtleitung von Marcel Dreiling und Dimitri Prochorenko, versprechen nach neun Monaten intensiver Proben einen "verhexten und betörenden" Abend.
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