Änderung Infos: 05.04.2012

Walpurgisnacht
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Chöre des Otto-Elben- und des Schwarzwald-Gaus führen historische Walpurgisnacht auf  (Artikel vom 03.04.2003)

Ein verhexter und  betö¶render Abend

Kreis Böblingen - Die Nacht in den 1. Mai. Sie hat mystischen  Charakter. An diesem Datum, so glaubte man früher, fliegen Hexen durch die  Dunkelheit zu ihren Tanzplätzen, um Unheil über Menschen, Vieh und Ãcker zu bringen. Auch dieses Jahr wird die besagte Nacht wieder von Übersinnlichem  beherrscht werden: bei einer "Walpurgis-Nacht" in der Herrenberger Stadthalle.

Es herrscht Hochbetrieb unter den Mitgliedern des Otto-Elben-  und des Schwarzwaldgaus. In wenigen Wochen soll in der Herrenberger Stadthalle  eine ganz besondere Aufführung stattfinden. Eine "Walpurgis-Nacht" nach  historischem Vorbild.

Die  Organisatoren haben Großes vor. "Wir wollten definitiv keine Faschingshexen.  Nein, die Hexen sollen so sein, wie sie früher waren", findet Siegfried  Schneider, Chorsänger im Otto-Elben-Gau und zuständig für das Bühnenbild. Darum wurde beim Hauptstaatsarchiv in Stuttgart recherchiert. "Die Fragen, die uns interessiert haben, waren unter anderem, wie die Hexenverfolgung entstand und  wann die letzte Hexe verbrannt wurde", erzählt der 48-jährige Gültsteiner, der  auch schon für den Nufringer Chor "Rondo Cantabile" Bühnenbilder fertigte.

Auf Pinnwänden können die Zuschauer dann in der Pause und nach der Aufführung nachlesen, wie in Herrenberg seinerzeit zwei Hexen hingerichtet wurden und wie es so weit kam.  "Bei diesen Recherchen fanden wir unter anderem auch heraus, wie man sich die Hexen und Druiden hierzulande vorstellte. Und zwar angezogen wie ganz normale  Bauersleute."

So soll das  ganze nun auch auf die Bühne übertragen werden. Bauernröcke für die Frauen, als Kopfbedeckung entweder Kopftücher oder eine Stola. Die Männer werden ganz in Schwarz auf der Bühne stehen. Auch die Bühnenbilder sollen möglichst originalgetreu Druiden und Hexen abbilden.

Mit einem  dreiköpfigen Team stellte sich Siegfried Schneider am zweiten Märzwochenende in die Werkstätten der Firma "Deko-Display" auf der Böblinger Hulb und malte nach  seinen Entwürfen und mit Hilfe eines Episkops die mystischen Figuren auf  Depafit- Platten und Leinwände. "Verschiedene der Figuren bekommen dann noch Röcke angezogen und Hexenbesen anmontiert und werden an der Decke befestigt", so Schneider. Auch Nebelmaschinen sollen am 30. April eingesetzt werden. Wenn  schließlich alles fertig ist, soll das Spektakel seinen Lauf nehmen: Zunächst spielt die Sinfonietta Tübingen aus dem Sommernachtstraum, erst einmal ohne  Chorbegleitung. Im zweiten Teil sitzen dann links und rechts Erzähler, die Texte  von Goethe zur Walpurgisnacht vorlesen. Dann kommt der Auftritt des Chors."

Mehr sei nach  dieser Einstimmung noch nicht verraten. Tatsache ist, die rund 100 Akteure der  Gauchöre unter der Gesamtleitung von Marcel Dreiling und Dimitri Prochorenko, versprechen nach neun Monaten intensiver Proben einen "verhexten und betörenden" Abend.

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